OrthoLoadLab

Am 23.6.2016 wurde gegenüber der Charité-Universitätsmedizin Berlin das Vorhaben des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zum OrthoLoadLab von  der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft bewilligt. Es beinhaltet die Etablierung und den Betrieb einer weltweit einzigartigen, funktionellen Analysedienstleistung im Bereich der Bewegungsforschung. Grundlage bot der gemeinsame Antrag des Julius Wolff Instituts, des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité und der Abteilung für Trainings- und Bewegungswissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin.

Die bewilligten EFRE-Mittel ermöglichen den Aufbau des OrthoLoadLab, einem einzigartiges Labor, dass die klassische Bewegungsanalyse mit Fluoroskopie in virtueller Umgebung verbindet. Daraus ergeben sich neue Ansätze und Analyseoptionen in der biomechanischen Forschung und Anwendung.

Ziel des OrthoLoadLabs ist die direkte Translation von Wissenschaft und Forschung in die industrielle Entwicklung und klinische Anwendung. Es werden insbesondere lokale und nationale Medizintechnikunternehmen unterstützt, die endoprothetische Produkte anbieten. Ihre Produkte werden hinsichtlich Funktion und Belastbarkeit analysiert und Neuentwicklungen anhand physiologischer Anforderungen optimiert.
Das OrthoLoadLab bietet den Industriepartnern eine weltweit einmalige Kombination aus fundiertem wissenschaftlichen Know-how über in vivo wirkende Belastungen und Funktionen kombiniert mit den Outcome-Daten aus dem klinisch-wissenschaftlichen Umfeld. Mittels fluoroskopischen Aufnahmen und Bewegungsanalysen wird die Gelenk-Kinematik quantifiziert. Im klinischen Umfeld wird überprüft, inwieweit die gewünschte Funktionalität des Implantats tatsächlich erreicht wird.

Daneben können Unternehmen über das OrthoLoadLab Zugriff auf die einzigartige, wissenschaftlich fundierte OrthoLoad-Datensammlung erhalten, die sie als Grundlage für Produktentwicklung, -prüfung und -zulassung nutzen können. Das OrthoLoadLab gewährleistet einen unmittelbaren Austausch zwischen Produktentwicklern, Wissenschaftlern und klinischen Mitarbeitern. Auf diese Weise lassen sich aktuelle Fragenstellunge zur Implantatsicherheit unter Berücksichtigung der gesteigerten Patienten- und Zulassungsanforderungen für zukünftige Implantatentwicklungen beantworten. Außerdem können das funktionelle Outcome innovativer Implantate analysiert und spezifische Risikofaktoren erfasst werden.

In direkter Kombination mit dem bereits etablierten „OrthoLoad Club“ bietet das OrthoLoadLab zudem ein Sicherheitsforum für Hersteller, Entwickler und Anwender zur Nutzenbewertung von Implantaten. Unter realistischen physiologischen Bedingungen kann die Performance von etablierten Implantatsystemen oder Neuentwicklungen optimiert werden. Die Unternehmen sind dadurch in der Lage ihre Entwicklungszeiten für neue Produkte deutlich zu verkürzen.